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Tunesien und Deutschland - Seite an Seite gegen COVID-19

Die Coronakrise ist eine globale Herausforderung, die gleichermaßen effektive nationale Antworten sowie internationale Kooperation und Solidarität zwischen unseren Gesellschaften bedarf.

Die EU hat Tunesien umfassende Unterstützung zugesagt; im Rahmen der Vereinten Nationen, als Partner für die Allianz für den Multilateralismus und als nicht-ständige Mitglieder im Sicherheitsrat, arbeiten Deutschland und Tunesien ebenfalls eng an einer effektiven globalen Antwort auf die Krise.

Vor Ort hat die Deutsche Botschaft daher einen Corona-Stab eingesetzt und arbeitet mit der tunesischen Regierung, den deutschen Organisationen, etwa der GIZ, der KfW, den Stiftungen und den Mittlerorganisationen, aber auch der tunesischen Zivilgesellschaft und der Wirtschaft daran, die Krise gemeinsam zu bewältigen. Konkret werden bilaterale Programme entwickelt und angepasst, um effektiv zu reagieren.  

Lessons Learned: Deutschlands Ansatz zu COVID-19

Ziel der von Bund, Ländern und Kommunen ergriffenen Maßnahmen – soziale Distanzierung, Ausreisebeschränkungen und die Schließung nicht notwendiger Geschäfte, Schulen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen – ist es, die Ausbreitung des Virus so schnell wie möglich zu verlangsamen und damit Zeit zu gewinnen. Zeit, um diejenigen, die erkranken, bestmöglich versorgen zu können. Die Bundesregierung hat hierfür einen Krisenstab eingerichtet, der regelmäßig tagt und an der Umsetzung vereinbarter Maßnahmen beteiligt ist. Außerdem hat sich die Regierung auf ein umfassendes Wirtschafts- und Finanzhilfepaket geeinigt, um die Folgen der COVID-19-Pandemie zu mildern. So beschloss der Bundestag vergangene Woche einen Nachtragshaushalt zur nachhaltigen Unterstützung des Gesundheitssystems, der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft. Alle Regierungsebenen (föderal, regional, lokal) und europäischen Partner bemühen sich gemeinsam um die Überwindung dieser Krise.  Für mehr Informationen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-covid  

Gewappnet für den Ernstfall: Biosicherheit

Ansteckende Krankheiten wie Ebola und Corona können sich in der heutigen globalisierten Welt rasend schnell verbreiten und die Stabilität ganzer Gesellschaften gefährden. Deutschland und Tunesien arbeiten bereits seit 2014 daran, für den Ernstfall gewappnet zu sein, im Rahmen der Ertüchtigungsiniative und als Teil des deutschen Biosicherheitsprogramms. Diese Kooperation ist auch in der gegenwärtigen Krise belastbar. Konkret hat Deutschland ein hochmodernes mobiles Labor an den tunesischen Sanitätsdienst übergeben. Die langjährige Kooperation deutscher Expertinnen und Experten des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) und des Robert-Koch Instituts (RKI) mit operativer Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dient aber gerade auch jetzt dem schnellen Erfahrungsaustauch. Außerdem prüfen wir die Bereitstellung von Diagnostik im Rahmen dieser Programme.

Kreatives Krisenmanagement: Digitale Start-Up Solutions

Digitale Technologien haben enormes Potential, um der aktuellen Covid-19-Pandemie und ihren Folgen zu begegnen. Das Digitalzentrum der deutsch-tunesischen Entwicklungszusammenarbeit hat daher kurzfristig eine Reihe von Aktivitäten angestoßen, die zur Finanzierung und Entwicklung von digitalen Innovationen und Lösungsansätzen zur Bewältigung dieser Krise beitragen. Fokus liegt dabei auf den Bereichen  „Digitale Gesundheit und Gesundheitstechnologien zur Stärkung der Gesundheitssysteme“, etwa der Herstellung von medizinischen Geräten mit 3D-Druck und der Herstellung von Atemschutzmasken. Mittelfristig sollen die Projekte aber auch zur digitalen Transformation und zur Unterstützung des Privatsektors und Beschäftigungsförderung beitragen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Hilfe für Kommunen: Dezentralisierung in Corona-Zeiten

Um Tunesien bei der Bewältigung der Herausforderungen des Coronavirus zu unterstützen, passt die GIZ derzeit ihr Projekt zur Unterstützung der Dezentralisierung an. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für lokale Angelegenheiten, ist die GIZ dabei, spezifische Bedarfe von Kommunen zu ermitteln und sofort bis zu 450.000 Euro für dringende Beschaffungen sowie für die Aufrechterhaltung von Basisdienstleistungen und die Umstellung auf digitale Kommunikation der Kommunen umschichten zu können. Mehr Informationen finden Sie hier.

Stärkung der Zivilgesellschaft: Förderung von Resilienz und Prävention

Auch die Zivilgesellschaft spielt eine entscheidende Rolle im Umgang mit COVID-19. Tunesiens Zivilgesellschaft ist lebendig, innovativ und nah an den Menschen. Wir haben uns entschieden, ihr Engagement durch den Sonderfonds „Santé pour tous“ zu unterstützen. Ziel ist es, innovative Ideen zur Prävention gegen Corona sowie zur Stärkung der Resilienz zu fördern. Die Maßnahmen sollen nachhaltig sein und in funktionierende Strukturen eingebettet werden.  

Deutsche Unternehmen: Solidarität und Innovation

Die mehr als 260 deutschen Unternehmen, die in Tunesien rund 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, arbeiten mit Hochdruck daran, Tunesien in dieser schwierigen Lage zu unterstützen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit unter Bedingungen des höchstmöglichen Schutzes der Mitarbeiter aufrecht zu erhalten. Die tunesisch-deutsche Außen- und Handelskammer (AHK) ist dabei wichtiger Partner in der Koordinierung der Aktivitäten. Zum Beispiel stellt die Firma van Laack in Bizerte bereits Schutzmasken her. Das deutsche Medizintechnikunternehmen FRESENIUS ist außerdem dabei, Operationsmasken zu beschaffen, und plant, den tunesischen Krankenhäusern Infusionskabelsets zur Verfügung zu stellen. Die Firma DRÄXLMAIER in Sousse hat einen Roboter gespendet, der Corona-infizierten Patienten die Möglichkeit geben kann, mit ihren Familien trotz Abschottung zu kommunizieren. Die Mitarbeiter von KROMBERG & SCHUBERT in Beja haben für den Kauf medizinischer Ausrüstung für das Krankenhaus in Beja eine Spendenaktion organisiert und stellen mit 3D-Druckern Schutzvisiere für das Krankenhauspersonal her. Die Inhaber des Spielzeugherstellers NANI in Menzel Bouselfa haben einen Hilfsfonds von bis zu 3 Mio. TND bereitgestellt, um die Zahlung der Löhne der über 2.200 Mitarbeiter sicherzustellen. Die IT-Firma FOCUS hat Schutzmasken, Schutzbrillen und Schutzkleindung für vier Zentralkrankenhäuser gespendet. Die ODDO-BHF-Bank hat 150.000 TND in den tunesischen Hilfsfonds 1818 überwiesen.

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